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13.05.2008 elektrauma Review

Mit "Here And Now" konnte Oliver Wand alias Obscenity Trial sich nach einem ersten musikalischen Gehversuch Mitte der 90er Jahre wieder in der Musiklandschaft zurückmelden. Das Album schlug vor gut zwei Jahren ein wie eine Bombe. Verantwortlich waren damals sicherlich der Titelsong selbst, sowie auch die geniale Coverversion von White Stripes "Seven Nation Army". Nach einer nicht minder erfolgreichen EP mit Namen "Daydream" ist nun endlich das neue Werk "That Night" erschienen. Und es ist so, als ob Oliver irgendwo aus seinem Speicher zuhause ein Buch oder eine Zauberformel für Melodien gefunden hat. Denn was auf "That Night" musikalisch abgefeiert wird, ist ein kleines bisschen übernatürlich. Schon der Titelsong zeigt, worauf es Oliver ankommt. Die Songs sind voll von gefühlvollen Harmonien, generiert aus eigentlich gefühllosen computergesteuerten Musikprogrammen. Die nuancierte Melancholie, manifestiert in Olivers Gesang, setzt einen spannenden Kontrapunkt zu den poppigen Strukturen. Sehr schön sind daher beispielsweise "My Mind, Your Mind", welches einen starken Bezug zu frühen 80er Popbands wie Alphaville und Johnny Hates Jazz besitzt. Auch "Go Away" wirkt seltsam vertraut. Das mag vielleicht daran liegen, dass es sich musikalisch mit dem aktuellen Hit "Apologize" von One Republic überschneidet. Und nicht zuletzt ist "What Is It For" mit seinen sphärischen Soundscapes und den paukenhaften Rhythmen ein Song, der an die Leichtigkeit eines Sonntags im Mai unter klarem blauen Himmel erinnert. Wer es tanzbar mag, dem seit "This Place" und "Lecture" (lustigerweise No Club Mix betitelt, wobei dieser Song sicherlich schnell die Leute auf die Tanzläche ziehen wird). Schlussendlich bleibt nach knapp 50 Minuten und zwölf Songs - die Kürze der Songs macht das Album ebenfalls sehr dynamisch - das Gefühl von totaler Begeisterung übrig.

"That Night" ist ein Beispiel wie Synthiepop anno 2008 klingen kann. Tipp!

Wertung: 5,5 von 6

Quelle: www.elektrauma.de/rezensionen.php4